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5324 Beiträge in 790 Themen von 276 Mitglieder - Neuestes Mitglied: wolf 07-01-2009, 13:25:16
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Autor Thema: Globalisierungsgegner = Kriminelle + Terroristen?  (Gelesen 1400 mal)
Wintermute
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« Antworten #15 am: 09-09-2007, 08:14:54 »

Ich denke es geht bei der Diskussion um die Globalisierung weniger um die Bereitschaftslosigkeit sich global zu organisieren um große Ziele anzugehen, sondern vielmehr um die wirtschaftliche Globalisierung die durch entsprechende Lobbies politisch durchgedrückt wird. Instrumentarien dies zu erreichen, reichen von plumper Bestechung in Form von direkten materiellen Vorteilen oder beruflichen Positionen nach dem Ausscheiden aus dem Regierungsdienst bis hin zum "einschleusen" von Wirtschaftsfunktionären in die Politik für kurze Zeit (zum Beispiel eine immer wieder gerne von den Energiekartellen genutzte Option). Diese Form der Globalisierung ist auf reine Gewinnoptimierung ausgerichtet, ein Ziel das absolut endlich ist. Die freie Marktwirtschaft hat sich zu einem unkontrollierbaren Dämon entwickelt den auch die ganz großen Globalplayers nicht mehr beherrschen. Sie nehmen Einfluss auf Aspekte und grundsätzlich zu ihrem Vorteil, unterwerfen sich dabei aber den Mechanismen (und können aus diesen auch nicht ausbrechen). Um den Gewinn immer weiter zu optimieren muss man gezwungenermaßen an einer anderen Seite immer weiter ausbeuten und letztendlich führt es zur Umverteilung des Kapitals aus Schichten der Bedürftigen hin zu den Überfluss schwelgenden. Hier zu Lande, anderswo, überall. GlobalisierungsKRITIKER (es gibt kaum, also nur wenige, "Gegner") fordern einen anderen Globalisierungskurs, nicht den Globalisierungsstop. Die soziale Marktwirtschaft war mal ein durchaus gutes Konzept das aber durch eine korrupte und inkompetente Regierung aufgeweicht und fast aufgelöst wurde. Eine solche kontrollierte Marktwirtschaft, die feste Regeln im Interesse der eigentlichen Verlierer dieses Spiels durchsetzt, ist in meinen Augen ein unbedingtes muss. Im Interesse meiner (und eigentlich recht weit verbreiteter) ethischen und moralischen Vorstellungen und auch einfach zur Kriegsprevention, auch dies ist eine Form von Sicherung des Weltfriedens (gleich nach Abschaffung aller großen und aggressiven Weltreligionen, aber das ist ein anderes Thema). Das Problem das die Kritiker sehen ist einfach das "wir" und alle anderen unterhalb der Elite von unserer Regierung ein ums andere mal verkauft werden, das Konzerne die ungerechte Umverteilung von Kapital forcieren und das die die sich am wenigsten wehren können weiter ausgebeutet werden. Ich halte es für eine eindeutige Propagandamasche das Globalisierungskritiker immer als militante Globalisierungsgegner dargestellt werden.
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« Antworten #16 am: 14-09-2007, 22:51:34 »

Ich denke es geht bei der Diskussion um die Globalisierung weniger um die Bereitschaftslosigkeit sich global zu organisieren um große Ziele anzugehen

Ahh, das war eher als Kommentar am Rande denn als Vollmundige Befürwortung des ursprünglichen Themas angedacht. Ich hatte für einen Augenblick darüber nachgedacht ob (und wenn ja, was) Global für uns als Gesellschaft (im Gegensatz zu mir als Individuum) auch positives bedeutet. Das mag vielleicht ein wenig subjektiv klingen (und möglicherweise mehr als nur ein wenig Themenfremd) doch ich denke dass Globalisierung nur ein Aspekt einer... *g* globalen Entwicklung ist, die unter anderem auch die von mir angebrachten Punkte beinhaltet. Nur das Globales Denken auf Unternehmensebene eben anders verläuft als auf Gesellschaftlicher Ebene. Oder eben auch nicht.


plumper Bestechung in Form von direkten materiellen Vorteilen

Einer der Gründe warum hohe Gehälter bei Politikern auch Vorteile haben (ein Punkt auf den mich ein Professor aus der Region um Libyen hingewiesen hat, der eine Gesellschaft gewohnt ist in der Politiker und Beamte/Angestellt unterbezahlt und deshalb in hohem Masse anfällig für Korruption sind)

"einschleusen" von Wirtschaftsfunktionären in die Politik für kurze Zeit (zum Beispiel eine immer wieder gerne von den Energiekartellen genutzte Option).

Ironisch das diese Möglichkeit erst durch die Angst der unbegrenzten Machtausnutzung im Amt geschaffen wurde. Würden Amtszeiten nicht so stark zeitlich begrenzt sein, wäre dieses Problem nicht so immens, da eine Person vermutlich höheren Kriterien gerecht werden je länger sich ihre voraussichtliche Amtszeit erstrecken wird (Argument für meine These: Italienische Politik - dort schafft es jeder in Amt und Würden, da alle Beteiligte bereits nach einem Nachfolger Ausschau halten)

Diese Form der Globalisierung ist auf reine Gewinnoptimierung ausgerichtet, ein Ziel das absolut endlich ist.

Fairerweise sollte hier dazugesagt werden: Aus Unternehmerischer Sicht wird eine Firma welches ihren Status quo hält als stagnierend angesehen - Profitabel (und somit für Investoren/Partner) attraktiv ist es nur wenn Umsatzzugewinn vorliegt.
Eine Sicht die sich mir nie erschlossen hat, schliesslich sollte allen Beteiligten bekannt sein das jeder Markt nach einem gewissen Zeitraum befriedet ist und jedes Wachstum irgendwann an seine Grenzen stösst - also wie du schon gesagt hast "absolut endlich ist". Wie gut das ich kein Betriebswissenschaftler bin und das nicht verstehen muss...

Die soziale Marktwirtschaft war mal ein durchaus gutes Konzept das aber durch eine korrupte und inkompetente Regierung aufgeweicht und fast aufgelöst wurde. Eine solche kontrollierte Marktwirtschaft, die feste Regeln im Interesse der eigentlichen Verlierer dieses Spiels durchsetzt, ist in meinen Augen ein unbedingtes muss.

Nur: wer kontrolliert diese? Und wer kontrolliert die Kontrolleure? Und wie willst du verhindern das diejenigen die ein Interesse an dem für sie vorteilhaften Gefälle haben die Verlierer nicht soweit beeinflussen, das diese ihre Benachteiligung nicht mehr Wahrnehmung können und damit auch keine entsprechenden Regeln verlangen können. Sprich: das tun, was sie seit eh und je getan haben?

Was imo benötigt wird um aus dieser Misere zu entfliehen ist ein soziales Bewusstsein, welches sich nicht an der eigenen Gewinn-/Luxusmaximierung orientiert, sondern am eigenen Wert für die Gesellschaft. Leider findet sich diese Art von Bewusstsein verstärkt nur in der ärmeren Bevölkerung. Und leider hat eine Gesellschaft die dieses Bewusstsein praktiziert den kleinen Nachteil in fast allen historischen Beispielen in brutalen und (extrem) blutigen Diktaturen zu enden.

Im Interesse meiner (und eigentlich recht weit verbreiteter) ethischen und moralischen Vorstellungen und auch einfach zur Kriegsprevention, auch dies ist eine Form von Sicherung des Weltfriedens (gleich nach Abschaffung aller großen und aggressiven Weltreligionen, aber das ist ein anderes Thema).

Hach, wäre da nicht der leidige Fakt das sich in Friedenszeiten weniger Geld (immer noch aus Sicht der Major Player) verdienen lässt als in Zeiten... wo das Gegenteil der Fall ist.

Das Problem das die Kritiker sehen ist einfach das "wir" und alle anderen unterhalb der Elite von unserer Regierung ein ums andere mal verkauft werden, das Konzerne die ungerechte Umverteilung von Kapital forcieren und das die die sich am wenigsten wehren können weiter ausgebeutet werden. Ich halte es für eine eindeutige Propagandamasche das Globalisierungskritiker immer als militante Globalisierungsgegner dargestellt werden.

Da wir nunmal in Zeiten leben, in denen das böse T-Wort auf so ziemlich fast alles gepresst wird (einschliesslich des Wunsches Nonkonformist zu sein - was allerdings verschmerzbar ist, da Nonkonformismus ja heutzutage modisch ist - und wer will schon modebewusst sein. arg wir drehen uns im Kreis) sollten sich die Globalisierungskritiker vielleicht in den sauren Apfel beissen und ihre Terroristische Ader zelebrieren? Möglicherweise liegt die Lösung ja nicht im einer Verhandlung aus einer Basis logischer Rationalität heraus, sondern in einer Verhandlung unter Gleichgestellten. Und wenn die Chance auf Gleichstellung nur eine Radikalisierung mit sich bringt... Das Beispiel USA hat doch historisch sehr schön belegt wozu eine Handvoll mit ihrer bisherigen Gesellschaft unzufriedener Extremisten fähig ist.  Augen rollen
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