Hm, es ist also schlecht einem Buch zu folgen, dass Frieden preist (ich deute deinen Kirchenhass mal auf das Christentum)?
Zumindet gegen die "Grundchristen" (Nein, keine papstfolgende Katholiken, sondern einfach nette, friedliche Menschen) fällt mir nichts negatives ein.
Also ignorierst du alle Grausamkeiten im Alten Testament? Nun gut, soll mir recht sein, denn das Neue ist nicht nicht weniger düster:
Im Kern des christlichen Glauben steht die meiner Meinung nach zutiefst unmoralische Idee des Sündenbocks. Die Idee dass das Opfer eines Stellvertreters meine Schuld auslöscht:
Das Dorf wählt einen Bock aus, lädt in einem Ritual alle Sünden der Menschen auf ihm ab und tötet ihn bzw. schickt ihn buchstäblich in die Wüste, damit er ihre Schuld mit sich nimmt.
Wenn man so was als moderner Mensch hört schüttelt man sehr wahrscheinlich den Kopf darüber, dass man das früher tatsächlich gemacht und daran geglaubt hat. Aber wenn mir jemand sagt Jesus sei für meine Sünden gestorben ist das plötzlich anders?
Ich könnte für dich deine Schulden bezahlen, ich könnte, wenn du ein Verbrechen begangen hast, deinen Platz im Gefängnis einnehmen, ja ich könnte sogar deinen Platz in der Todeszelle einnehmen und für dich sterben (alles von dem werde ich natürlich nicht). Aber was ich damit nicht erreiche - und nicht erreichen kann - ist deine Vergebung. Durch mein Opfer verschwindet deine persönliche Verantwortung, deine moralische Schuld nicht.
Und deswegen möchte ich nicht dass Jesus für meine Sünden gestorben ist. Ich hätte es niemals erbeten und hätte ich es miterlebt wäre ich angewidert von diesen Grausamkeiten gewesen und wäre ich ein mutigerer Mensch als ich bin hätte ich eingegriffen um sie zu verhindern.
Ich finde es zutiefst unmoralisch, wenn mir gesagt wird, dass ich Erlösung nur dadurch erreiche, indem ich anerkenne, dass dieses abscheuliche Menschenopfer zu meinem Wohl geschah (und in meinem Namen, obwohl es lange vor meiner Geburt war und ich gar nicht darum bitten konnte).
Und noch eins: Natürlich sind die meisten Christen "nett und friedlich". Aber nicht weil sie gute Christen sind, sondern weil sie gute
Menschen sind.