zur Gothic-Chat-Community
gfxgfx
 
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
logo
 
gfx gfx
gfxgfx
 
Gothic Chat Community Forum
Diskutiert hier mit anderen über all die Dinge, die Euch interessieren.
 
gfx gfx
gfx
5326 Beiträge in 790 Themen von 277 Mitglieder - Neuestes Mitglied: Arisa 09-01-2009, 21:40:42
*
gfx*ÜbersichtHilfeKalenderEinloggenRegistrierengfx
gfxgfx
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.       « vorheriges nächstes »
Seiten: [1] Nach unten Drucken
Autor Thema: Dadaismus  (Gelesen 645 mal)
Wren
Ober-Gruftie
****
Offline Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 305



« am: 08-08-2007, 12:46:34 »

Dadaismus:
"dada" (frz. Steckenpferd)

Wahrscheinlicher sei wohl gewesen, dass ein damals in Zürich erhältliches und hinlänglich bekanntes Haarwaschmittel namens "DADA" die Anregung für die Namensgebung der Künstlergruppe gab. Genauso wahrscheinlich ist es, dass das Wort "DADA" der Kleinkindsprache in Frankreich/Deutschland entnommen worden ist.

Im wesentlichen war es eine Revolte gegen die Kunst von Seiten der Künstler selbst, die die Gesellschaft ihrer Zeit und deren Wertesystem ablehnten.


Der Dadaismus stellte die gesamte bisherige Kunst in Frage, indem die Abstraktion und Schönheit durch z.B. satirische Überspitzung zu reinen Unsinnsammlungen machte, z.B. in sinnfreien Lautgedichten.
Hugo Ball war der Erfinder des Lautgedichtes. Dabei wird das Zusammenspiel von Wortlaut und Bedeutung unterbrochen und die Wörter werden in phonetische Silben zerlegt. Die Sprache wird ihres Sinnes entleert und die Laute werden zu rhythmischen Klangbildern zusammengefügt. Dahinter steht die Absicht, auf eine Sprache zu verzichten, die nach Ansicht der Dadaisten in der Gegenwart missbraucht und pervertiert ist.

Im Laufe des Ersten Weltkrieges breitete sich der Dadaismus in ganz Europa aus: Überall protestierten Künstler durch gezielte Provokationen und vermeintliche Unlogik gegen den Krieg und das obrigkeitsstaatliche Bürger- und Künstlertum.

1916 gab Tristan Tzara eine Zeitschrift mit dem Namen "Dada" heraus. Auf diesem Wege versuchte er mit Dichtern aus anderen Ländern Kontakt aufzunehmen. Ziel war die "Dadaisierung".

Am 14. Juli 1916 erblickte eine neue Form von Dadaismus das Licht der Welt: Das Lautgedicht. Es wurde zu einem der wichtigsten Schaffensgebiete der Dadaisten.

In New York tat sich eine Entwicklung des Dada auf, die genauso auf ANTI-Kunst ausgerichtet war wie der Zürich -Dada. Alfred Stieglitz war ein Fotograf, der die Kunst der Fotografie als reine Abbildung in Frage stellte.
"Fotografie braucht nicht nur die Reproduktion einer realen Welt zu sein, sie kann und sollte vielmehr zur Erschaffung einer neuen Welt beitragen."

Marcel Duchamp wurde der Dadaist schlechthin. Er versetzte Gegenstände die er aussuchte, in den Status eines Kunstwerkes, indem er erklärte, dass es ein Kunstwerk sei, nicht weil der Künstler es geschaffen, sondern weil der Künstler es "gefunden" habe.

Der Berlin-Dada brachte auch eine neue Technik im Bereich der bildenden Kunst hervor: die Fotomontage. In Zürich hatte man zwar schon Collagen benutzt, jedoch nur Zeitungsausschnitte oder Reste von Schachteln, Stoff- und Papierfetzen verwendet. In Berlin wurde nun erstmals ein völlig realistisches Foto mit anderen zu einem neuen Kunstwerk verarbeitet.
Hannah Höch uund Raoul Hausmann waren die Ersten, die diese Neuerung ausprobierten.

Zentrale Figur des Hannover-Dada war Kurt Schwitters. Er bezeichnete seine eigene Kunst mit dem Wort "MERZ", eine Silbe, die er für eine Collage aus dem Wort "Commerzbank" herausgeschnitten hatte. Er gab eine Zeitschrift heraus mit dem Namen "MERZ". Er stellte eine Theorie für das Dichten auf; eine Art eigene Logik, die er als "Schwitters-Logik" bezeichnete. Diese Logik schrieb für das Geicht im Allgemeinen vor: "Nicht das Wort ist ursprünglich Material der Dichtung, sondern der Buchstabe."

1922 veranstaltete man den "Kongress von Paris", der als allgemeine Auflösung des Dadaismus gilt.

Der Dadaismus war in vielerlei Hinsicht ein sehr großer und radikaler Schritt in der Kunstgeschichte. Er brachte viele Neuerungen in der Technik der bildenden Kunst hervor, wie er auch dafür gesorgt hatte, das zahlreiche Tabus in der Kunstszene gebrochen wurden und die Kunst nicht mehr nur Abbild der Wirklichkeit ist sondern viel mehr. Man bereitete auch den Weg zum Surrealismus vor. Einige wenige Dadaisten wurden zu Surrealisten. Man ließ die reale Welt mit der Traumwelt verschmelzen und begann den Betrachter vor unlösbare rhetorische Rätsel zu stellen.

Was die Dadaisten niemals wollten, nämlich, dass sie jetzt auch im Museum hängen, neben den Bildern von Pablo Picasso und Paul Klee ist nun doch passiert.

Der Dadaismus konnte sich trotz des Zerstörungsklischees eine Nische schaffen und bis heute überleben. Er wird besonders von einigen Kaberettisten als sarkastische Kritik am Kunstbetrieb gepflegt. Bedeutendster Vertreter in der Nachkriegszeit war Ernst Jandl.

Quelle: wiki/Dadaismus

soweit,
Wren!



Gespeichert

Wer den Himmel nicht in sich selber trägt,
sucht ihn vergebens im ganzen Weltall.

-Otto Ludwig-
Daleth
Ober-Gruftie
****
Offline Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 294



WWW
« Antworten #1 am: 08-08-2007, 16:33:47 »

Zusätzliche Information:

- Herkunft des Namen "DADA" :  Die Version mit dem Haarwaschmittel war mir neu. Am wahrscheinlichsten soll aber gewesen sein, dass Hugo Ball beim Durchblättern eines Lexikons auf den Namen gestoßen ist.

-  Begonnen hatte die dadaistische Bewegung 1916 im Züricher "Cabaret Voltaire", wo ein  internationales Grüppchen aus emigrierten Künstlern ("mit eigenwilligen alle Kunstgattungen umfassenden und futuristisch inspirierten Darbietungen den Aufstand gegen die vorherrschenden Werte probte")

- Duchamp erfand Ready-made. Er stellte in Galerien : z.B. ein Pissoir aus und nannte es " la fontaine " oder ein stinknormalen Flaschenständer aus. Er wollte damit u.a. verdeutlichen, dass Kunst erst dann zur "Kunst" wird, wenn sie an einem anerkannten Ausstellungsort präsentiert wird.

- Kurt Schwitters wollte im Gegensatz zu den meisten Dadaisten keine Anti- und Un-Kunst machen, "sondern blieb einem traditionellen Kunstverständnis treu".  Ihm ging es um die eigengesetzliche Kunst, die aus sich heraus wirkt. Doch auch er fand, genau wie die Dadaisten, den Ausgangspunkt zu seiner Kunst in der Katastrophe des Ersten Weltkriegs. Er  griff bei seiner Kunst auf Zerstörtes, Kaputtes zurück. Er suchte in Abfällen und Mülleimern nach u.a. funktionslosen Gegenständen um aus ihnen Kunst zu schaffen.
« Letzte Änderung: 08-08-2007, 16:36:15 von Daleth » Gespeichert

„»Nur in dem Maße, in dem wir uns wieder und wieder der Vernichtung anheim geben, können wir das Unzerstörbare in uns entdecken.«
(Pema Chödrön)
Wren
Ober-Gruftie
****
Offline Offline

Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 305



« Antworten #2 am: 09-08-2007, 11:26:05 »

Weitere Anmerkungen zum DADAISMUS, die mir wichtig erscheinen:

Hugo Ball war durch Wassily Kandinsky auf die Idee von einem "Gesamt-Kunstwerk" gestoßen, welches viele der menschlichen Ausdrucksformen zusammenfasst. Er initiierte unter dieser Idee mehrere Dada-Veranstaltungen.

Hugo Ball und Tristan Tzara eröffneten eine Galerie in  Zürich, die sie Dada nannten. Sie luden bekannte Maler und Bildhauer ein bei ihnen auszustellen, u.a. Wassily Kandinsky, Paul Klee, Giorgio de Chirico. Es gab Streitereien unter den Künstlern, man versuchte das "Dadaistische" aus der Galerie heraus zu drängen. Den Besuchern war die Kunst oft zu "radikal".

Man veranstaltete eine große Dada-Veranstaltung unter Leitung von Tristan Tzara in Zürich, in der viele Künstler auftraten und man Gedichte von bis zu 20 Personen gleichzeitig vortragen ließ, welche immer wieder durch Gelächter, Sprechchöre und Zwischenrufe begleitet wurden. Das Publikum wurde beschimpft in jedem für die Verhältnisse erdenklichen Maße. Es sollte dadurch provoziert werden, wie man es noch nie getan hatte um an die "niemals vorhandenen Grenzen" des Dadaismus anzustoßen.

Bsp. für ein Kunstwerk von Marcel Duchamp:

"Fontäne"
 
- er hatte ein Urinal aus einem Billigladen erstanden und legte es waagerecht "auf den Rücken" und signierte es mit "R.Mutt"

Er bezeichnete diese Werke selbst als "Nichts". Sie sollten das Nichts in dem wir wandeln, die Welt und das Leben, symbolisieren. 

1920 fand der Höhepunkt des Berliner-Dadas statt: Es war die erste internationale Dada-Messe.
Auf ihr trafen sich die Dadaisten aller gesellschaftlichen Schichten und politischen Gesinnungen. Thema dieser Messe war u.a. der Hass gegen jede Autorität. Die Pluralität der Bewegung wurde durch die dort gezeigten Zeitschriften, Handzettel, Plakate u.s.w sehr deutlich.

zu Kurt Schwitters:

Er war auf allen Gebieten der Kunst vertreten und versiert. Er collagierte, malte, komponierte, schrieb un dichtete alle möglichen Dinge. Seine Idee von Kunst entschied sich in der Idee von Hugo Ball (Gesamt-Kunstwerk). Ihm war vielmehr die Verschmelzung von allen Kunstformen zu einer einzigen wichtig. Der Künstler ist ein Künstler auf allen Gebieten der Kunst.

zu Hans Arp:

Zufall als schöpferisches Prinzip,

Arp wandte das Prinzip auch auf seine Lyrik an: "Wörter, Schlagworte, Sätze, die ich aus Tageszeitungen und besonders aus Inseraten wählte, bildeten 1917 die Fundamente meiner Gedichte. Öfter Bestimmte ich auch mit geschlossenen Augen Wörter und Sätze ... Ich nannte diese Gedichte ARPADEN."

Der Dadaismus hinterließ in der Konkreten Lyrik oder dem Lettrismus einflussreiche Nachkommen.
Gespeichert

Wer den Himmel nicht in sich selber trägt,
sucht ihn vergebens im ganzen Weltall.

-Otto Ludwig-
gfx
Seiten: [1] Nach oben Drucken 
gfx
Gehe zu:  
gfx
Powered by SMF 1.1.7 | SMF © 2006, Simple Machines LLC | Sitemap Seite erstellt in 0.107 Sekunden mit 24 Zugriffen.
Helios Multi design by Bloc
gfx
Powered by MySQL Powered by PHP Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS