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5326 Beiträge in 790 Themen von 277 Mitglieder - Neuestes Mitglied: Arisa 09-01-2009, 22:42:27
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Autor Thema: Dandytum  (Gelesen 808 mal)
jilocasin
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« am: 09-12-2006, 17:06:48 »

Zitat
Der Dandy ist ein Mann, dessen Status, Arbeit und Existenz im Tragen von Kleidung besteht. Er widmet jedes Vermögen seiner Seele, seines Geistes, seiner Geldbörse und seiner Person heldenhaft der Kunst, seine Kleidung gut zu tragen: Während die anderen sich kleiden um zu leben, lebt er, um sich zu kleiden. - Thomas Carlyle in Sartor Resartus, 1834.

Der Begriff Dandy entstand Mitte des 18 bis Anfang des 19. Jahrhunderts. Er war eine Art Gegenbewegung der französischen Mode die zu jener Zeit am Hof getragen wurde. Samtene Kniehosen und Westen, niederliegende Hemdkragen und große Sonnenblumen wurden zu ihren äußerlichen Kennzeichen. Sie öffneten die von bürgerlicher Enge und vom Moralismus geprägte viktorianische Gesellschaft für eine neue Sinnlichkeit in Farben und Formen.
Der Dandy war ein Gentleman, er perfektionierte sein Auftreten, immer elegant, immer passend gekleidet. Er liebte die Selbstdarstellung. Kein Wunder also das hauptsächlich Künstler und Autoren dem Dandytum angehörten wie z.b. : Oscar Wilde,Charles Baudelaire, Fürst Hermann von Pückler-Muskau  usw. Sie vertraten den Ästhetizismus.

Zitat
Der Ästhetizismus (auch Fin de siècle) entstand in der Romantik und ist eine Lebens- und Kunstanschauung, die nur ästhetische Kriterien gelten lässt; politische, moralische, sittliche und religiöse Werte werden diesen untergeordnet. Er bestand in einer Epoche (1885-1910) des Stilpluralismus unter anderem mit und neben dem Symbolismus, Naturalismus und Impressionismus. Ab 1900 entwickelt sich in Deutschland die Neoklassik als literarische Gegenströmung zum Ästhetizismus.

Eine Hauptfigur der Ästhetizismus- und Dekadenz-Bewegung des Fin de siècle in England war Oscar Wilde.

Interessant und amüsant ist die Geschichte von  Beau Brummell, dem ersten berühmten Dandy.
Er soll seine Handschuhe stets von zwei verschiedenen Fabrikanten hergestellt haben lassen.Er hatte drei Frisöre: Einen für die Stirn, einen für die Seiten und einen für den Hinterkopf (die Perücke kam mit seinem Einfluss aus der Mode). Er wechselte, entgegen den Gepflogenheiten seiner Zeit, mehrmals täglich seine Wäsche, dabei verachtete er Schmuck und Parfüm. Diesen Aufwand, den er trieb, sah man nicht auf den ersten Blick, umso argwöhnischer wurde er von Zeitgenossen betrachtet. Er endete im Irrenhaus in Caen, nachdem er sein geerbtes Vermögen verausgabte, und von Gläubigern verfolgt wurde.

http://de.wikipedia.org/wiki/Dandy

Ein aktueller Vertreter des Dandytums ist Patrick McDonald.
Er ist Ressortleiter Lifestyle der Zeitschrift "aRUDE", Kolumnist des Magazins "Paper" und PR-Berater des amerikanischen Modedesigners John Anthony. Er liebt die extravagante Selbstinszenierung. Zwei Stunden benötigt er für sein Make Up. Schrill, extravagant und dennoch stilvoll.Allein seine Sommergarderobe umfasst 30 Anzüge.
Mehr dazu:
http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/tips/mode/82609/index.html
http://www.stern.de/lifestyle/mode/529790.html?eid=503767

Für den Anfang erstmal genug Zwinkernd, Ich schließe mit den Worten:

Der Tod ist ein Dandy - Blixa Bargeld, Halber Mensch 1985
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....Der Kampf des Menschen gegen die Macht ist der Kampf der Erinnerung gegen das Vergessen - Milan Kundera-
Daleth
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« Antworten #1 am: 10-12-2006, 10:59:12 »

Gut recherchierter Beitrag:)

Als kleine Ergänzung ist es vielleicht ganz interessant anzumerken, dass dieser Lebensstil nur durch einen hohen finanziellen Wohlstand ermöglicht werden konnte ( weshalb auch die meisten unglaublich viele Schulden hatten). In der literarischen Welt wurde das Zeitalter dieser Dekadenzbewegung ( fin de siecle) vom Expressionismus ( um 1910, also während bzw. dann auch nach dem 1.WK) abgelöst. Durch die "Enthumanisierung" durch  Industrialisierung  haben die Künstler versucht ihre " Seele " "wiederzufinden";den Geist des Menschen wiederzufinden, der durch die Mechanisierung  und Unterwerfung seiner  gegenüber  autoritären Personen / Institutionen verloren gegangen ist.   

  "Darum geht es, dass der Mensch sich wieder finden will… Die Maschine hat ihm die Seele weggenommen – und jetzt will ihn die Seele wiederhaben. Darum geht es; alles, was wir erleben, ist nur der ungeheure Kampf um den Menschen, Kampf mit der Maschine.

Wir leben ja nicht mehr, wir werden gelebt… Niemals war eine Zeit von solchem Entsetzen geschüttelt, von solchem Todesgrauen. Die ganze Zeit wird ein einziger Notschrei, auch die Kunst schreit mit. Sie schreit nach dem Geist: das ist der Expressionismus!"
    (zit. n. Wilhelm Genzmann: "Deutsche Literatur der Gegenwart", 1953).


Aber zurück zum Thema;)

Den authentischsten und wohl attraktivsten Dandy der heutigen Zeit hast du noch gar nicht erwähnt Grinsend


* jilo is a dandy.jpg (288.92 KB, 1024x768 - angeschaut 136 Mal.)
« Letzte Änderung: 10-12-2006, 11:01:52 von Daleth » Gespeichert

„»Nur in dem Maße, in dem wir uns wieder und wieder der Vernichtung anheim geben, können wir das Unzerstörbare in uns entdecken.«
(Pema Chödrön)
jilocasin
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« Antworten #2 am: 10-12-2006, 16:44:32 »

Den authentischsten und wohl attraktivsten Dandy der heutigen Zeit hast du noch gar nicht erwähnt Grinsend


lol
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« Antworten #3 am: 13-12-2006, 13:35:07 »

Patrick Mc Donald - hm - so stell´ ich mir net einen wahren Dandy vor g*

sieht einfach net gut aus (meiner Meinung nach)...erinnert mich an Jim Carrey - Die Maske lol, allerdings finde ich Jim Carrey cool  Lächelnd
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Wer den Himmel nicht in sich selber trägt,
sucht ihn vergebens im ganzen Weltall.

-Otto Ludwig-
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