Der Dandy ist ein Mann, dessen Status, Arbeit und Existenz im Tragen von Kleidung besteht. Er widmet jedes Vermögen seiner Seele, seines Geistes, seiner Geldbörse und seiner Person heldenhaft der Kunst, seine Kleidung gut zu tragen: Während die anderen sich kleiden um zu leben, lebt er, um sich zu kleiden. - Thomas Carlyle in Sartor Resartus, 1834.
Der Begriff Dandy entstand Mitte des 18 bis Anfang des 19. Jahrhunderts. Er war eine Art Gegenbewegung der französischen Mode die zu jener Zeit am Hof getragen wurde. Samtene Kniehosen und Westen, niederliegende Hemdkragen und große Sonnenblumen wurden zu ihren äußerlichen Kennzeichen. Sie öffneten die von bürgerlicher Enge und vom Moralismus geprägte viktorianische Gesellschaft für eine neue Sinnlichkeit in Farben und Formen.
Der Dandy war ein Gentleman, er perfektionierte sein Auftreten, immer elegant, immer passend gekleidet. Er liebte die Selbstdarstellung. Kein Wunder also das hauptsächlich Künstler und Autoren dem Dandytum angehörten wie z.b. : Oscar Wilde,Charles Baudelaire, Fürst Hermann von Pückler-Muskau usw. Sie vertraten den Ästhetizismus.
Der Ästhetizismus (auch Fin de siècle) entstand in der Romantik und ist eine Lebens- und Kunstanschauung, die nur ästhetische Kriterien gelten lässt; politische, moralische, sittliche und religiöse Werte werden diesen untergeordnet. Er bestand in einer Epoche (1885-1910) des Stilpluralismus unter anderem mit und neben dem Symbolismus, Naturalismus und Impressionismus. Ab 1900 entwickelt sich in Deutschland die Neoklassik als literarische Gegenströmung zum Ästhetizismus.
Eine Hauptfigur der Ästhetizismus- und Dekadenz-Bewegung des Fin de siècle in England war Oscar Wilde.
Interessant und amüsant ist die Geschichte von Beau Brummell, dem ersten berühmten Dandy.
Er soll seine Handschuhe stets von zwei verschiedenen Fabrikanten hergestellt haben lassen.Er hatte drei Frisöre: Einen für die Stirn, einen für die Seiten und einen für den Hinterkopf (die Perücke kam mit seinem Einfluss aus der Mode). Er wechselte, entgegen den Gepflogenheiten seiner Zeit, mehrmals täglich seine Wäsche, dabei verachtete er Schmuck und Parfüm. Diesen Aufwand, den er trieb, sah man nicht auf den ersten Blick, umso argwöhnischer wurde er von Zeitgenossen betrachtet. Er endete im Irrenhaus in Caen, nachdem er sein geerbtes Vermögen verausgabte, und von Gläubigern verfolgt wurde.
http://de.wikipedia.org/wiki/DandyEin aktueller Vertreter des Dandytums ist Patrick McDonald.
Er ist Ressortleiter Lifestyle der Zeitschrift "aRUDE", Kolumnist des Magazins "Paper" und PR-Berater des amerikanischen Modedesigners John Anthony. Er liebt die extravagante Selbstinszenierung. Zwei Stunden benötigt er für sein Make Up. Schrill, extravagant und dennoch stilvoll.Allein seine Sommergarderobe umfasst 30 Anzüge.
Mehr dazu:
http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/tips/mode/82609/index.htmlhttp://www.stern.de/lifestyle/mode/529790.html?eid=503767Für den Anfang erstmal genug

, Ich schließe mit den Worten:
Der Tod ist ein Dandy - Blixa Bargeld, Halber Mensch 1985